Bericht: 10ft Straight Pool Shootout: Ralph Eckert vs. Andre Lackner

Straight Pool oder auch 14.1 endlos ist ein schweres Spiel. Der Diamond 10-Fuß-Tisch im Bata Bar & Billiards ist ein schwerer Tisch. Packt man beides zusammen, kommen sogar zwei der besten Spieler Deutschlands an ihre Grenzen. Bei unserem ersten 10ft Straight Pool Shootout im Bata Bar & Billiards am 30.12.2016 begegneten sich der amtierende Deutsche Meister Andre Lackner und der Bata House Pro und Billard-Legende Ralph Eckert in einem Match auf 200 um 500 Euro, winner takes all. Initiiert wurde der Showkampf von keinem geringeren als Theater- und Opern-Regisseur Michael Thalheimer, der seinen Coach Ralph endlich einmal im Einsatz sehen wollte.

Rund 50 Zuschauer hatten sich im Bata eingefunden, um dieser epischen Schlacht beizuwohnen. Als Special Guest leitete Snooker-Maintour-Schiri Marcel Eckardt die Partie in gewohnt souveräner Manier. Im Livestream auf Youtube (unser erster!) schalteten gleichzeitig bis zu 75 Zuschauer ein, was uns wirklich glücklich stimmte. Wir werden uns nie wieder über kleine Macken von Livestreams beschweren, jetzt, da wir wissen, wie kompliziert es ist, selbst zu streamen… Hier ist übrigens die Aufzeichnung des Matches. Die Länge von gut 4 Stunden lässt schon erahnen, dass das Ergebnis eher knapp war.

Die Partie begann verhalten. Beide Spieler spielten eher auf Sicherheit oder streuten Fehler ein, die man so nicht von ihnen erwarten würde. Besonders Ralph bekam am Anfang kein Bein auf den Boden, fand in den ersten zehn Aufnahmen quasi nicht statt und lag somit schnell 50 Ball hinten, beim Zwischenstand von 29:79 aus seiner Sicht. Doch der 10ft forderte auch bei Andre Tribut (man darf sich einfach nix erlauben auf dem Ding!) und so knabberte Ralph geduldig an Andres Vorsprung, bis beide Spieler sich in der 26. Aufnahme bei 101:101 wieder auf Augenhöhe begegneten. Wer rechnen kann, ermittelt hier einen Schnitt von knapp unter vier, was sich beide Spieler sicher anders vorgenommen hatten.

Zum Glück entschieden beide Spieler, ihre anfängliche Nervosität abzulegen und einfach mal locker Billard zu spielen. Auch wenn keine höheren Serien gespielt wurden, konnten die Zuschauer starke lange Einsteiger, Kombis, schöne Problemlösungen und einige knackige Saves sehen. Besonders Ralph zog das Tempo seines Spiels an; das machte ihn locker und ermöglichte schnelle Punkte, führte aber auch immer wieder zu kleinen Stellungsfehlern, die ihn zwangen, Save zu spielen, oder auch zu drei schweren Breakbällen, die allesamt misslangen. Gleichzeitig spielte Andre mit seiner klasse Technik und einem Rhythmus wie ein Uhrwerk seine Bälle, streute aber auch immer wieder Fehler ein. Höchstserien von 35, 29 und 25 zeigten aber, dass er es auch auf dem 10ft kann (und sicher noch Luft nach oben ist). Ralph hingegen stieg mehrfach nach knapp 20 Bällen aus (Höchstserie: 19) und blieb damit weit unter den Erwartungen des Publikums (und sicher noch weiter unter seinen eigenen). Er hält den bisherigen Rekord von 98 Bällen auf unserem 10ft.

Wie dem auch sei, nach dem zwischenzeitlichen Gleichstand erarbeitete sich Andre einen immer größer werdenden Vorsprung, den er dann auch souverän über die Zeit brachte und die Partie nach gut vier Stunden Spielzeit mit 200:159 für sich entschied. Die zweiten 100 Ball erledigte Andre in 9 Aufnahmen, was auf diesem Tisch eine mehr als ordentliche Leistung ist.

Das Fazit: Showkämpfe im Bata funktionieren ganz hervorragend, der 10ft ist ein verdammtes Biest und beide Spieler können es besser. Die Revanche wurde schon angedeutet, und auch aus dem Ausland sind erste Anfragen eingetrudelt, ob man denn fordern dürfe. Man darf!

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